Kleinkinder von 1 bis 3 Jahren

Verzögerter Sprechbeginn und Wortschatzdefizit (Late Talker), Kleinkinder 1 - 3 Jahre

Kinder beginnen vor dem eigentlichen Sprechen von Wörtern mit Hilfe von Gestik zu kommunizieren. Gesten stellen eine Brückenfunktion für den Übergang vom nichtsprachlichen zum sprachlichen Kommunizieren dar, da sie anzeigen, dass das Kind verstanden hat, dass es über etwas Drittes mit jemanden kommunizieren kann.
Das Kind äußert z.B. durch einen gezielten Blick zu einem Gegenstand und dann zur Bezugsperson mit einem hinweisenden „da“ seinen Wunsch.
Bevor Kinder die ersten Wörter produzieren, sind sie in der Lage ca. 30-50 Wörter verstehen. Sie sind im Wortverständnis ihrer Produktion voraus.

Um den 12. Lebensmonat beginnt ein Kind die ersten Wörter zu sprechen.
Der Wortschatz nimmt dann langsam, aber kontinuierlich zu. Nach 6 Monaten hat das Kind ca. 50 Wörter erworben und kommt in den sogenannten „Wortschatzspurt“. Es lernt nun täglich bis zu 10 neue Wörter und hat mit 2 Jahren einen Wortschatz von etwa 200 Wörtern.

Störungen zu Beginn der Sprachentwicklung können sich folgendermaßen zeigen:
  • das Kind versteht Wörter, die im täglichen Gebrauch vorkommen, nicht
  • Im Alter von 10-15 Monaten zeigt es keine Sprechversuche
  • Sein Wortschatz ist mit 24. Monaten kleiner als 50 Wörter (normaler Durchschnitt liegt bei 200 Wörtern!)
  • es gibt kaum Zuwachs des Wortschatzes, auch die Zuwachsrate (also das Tempo, in dem Kinder neue Wörter lernen) nimmt nicht zu
  • es werden nur Hauptwörter (Ball, Hund, Auto, Milch) produziert, jedoch fehlen Verben (schlafen, essen, spielen, auf, ab) oder erste Adjektive (heiß, groß)
  • es bildet mit 18-24 Monaten keine Wortkombinationen („Teddy schlafen“)
  • ein Kind nutzt übermäßig viel Gestik und Mimik zur Kommunikation
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