Kinder von 3 bis 6 Jahren

Kindliche Sprechapraxie, Kinder 3 - 6 Jahre

Kindliche Sprechapraxien sind zentrale Störungen, die nicht durch eine Funktionseinschränkung der am Sprechen beteiligten Organe zu erklären sind. Es handelt sich vielmehr um eine Programmierungsstörung bei der Planung der Sprechmotorik. Dies führt dazu, dass Laute fehlerhaft gebildet oder durch andere ersetzt werden. Die Kinder strengen sich beim Sprechen häufig an und es sieht so aus, als ob sie die richtige Stellung von Lippen, Zunge usw. bei der Artikulation suchen.
Leitsymptome sind: inkonstante Sprechproduktion, prosodische Auffälligkeiten, Schwierigkeiten bei willkürlichen Sprechbewegungen

Folgende Symptome können einzeln oder kombiniert bei kindlicher Sprechapraxie auffallen (siehe auch Symptome bei 1- bis 3-jährigen Kindern, da diese bei ihrem Kind eventuell vorkamen oder immer noch vorkommen):

Kommunikationsverhalten
  • viel Gestik wird verwendet, um sich zu verständigen
  • Sprachverständnis ist altersentsprechend
  • Sprechanstrengungen
Wortschatzentwicklung allgemein
  • erste Wörter kamen verspätet
  • Wortschatzexplosion blieb aus
  • es kam verspätet oder gar nicht zu Zwei-Wort-Verbindungen
Ausspracheentwicklung
  • Einzellaute können häufig gebildet, jedoch nicht in Wörtern verwendet werden • Vokalrepertoire ist nicht vollständig
  • Es kommt zu Lautauslassungen, -umstellungen, - wiederholungen, -hinzufügungen diese Veränderungen sind jedoch inkonstant und können bei jeder Wortwiederholung variieren
  • langsamere diadochokinetische Bewegungen beim Sprechen (z.B. Sprechen der Folge „pataka“)
  • hohe Fehlerzahl in Konsonantenverbindungen
Kauentwicklung
  • Weiche, breiige Kost wird bevorzugt
  • Speichel läuft, besonders wenn das Kind sich motorisch konzentriert (malen, basteln)
Grammatikentwicklung
  • Dysgrammatismus
  • morphologische Fehler
  • einzelne Wörter sind besser verständlich als zusammenhängende Äußerungen
  • mehr Fehler bei regelmäßigen Verbformen
Phonologische Bewusstheit
  • Probleme in der auditiven Diskrimination
  • Schlechte Reimerkennung und Silbensegmentierung
  • Reduziertes phonologisches Arbeitsgedächtnis (auditive Merkfähig)
Kommunikationsverhalten
  • Ältere Kinder (über 3) oder Kinder, die bereits logopädisch behandelt wurden, zeigen artikulatorisches Suchverhalten
  • Sprechtempo ist verlangsamt oder auch wechselnd
  • Kind hat ein Störungsbewusstsein
Kognitive Entwicklung
  • bei Intelligenztests schneiden diese Kinder bei verbalen Untertests deutlich schlechter ab
  • es kann zu Lernstörungen kommen
  • Probleme beim Lese- und Rechtschreiberwerb
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