Kinder von 3 bis 6 Jahren

Defizite in der phonologischen Bewusstheit, Kinder 3 - 6 Jahre

Mit dem Begriff Phonologische Bewusstheit bezeichnet man Fähigkeiten eines Kindes, den Klang eines Wortes untersuchen und in seine einzelnen zerlegen Teile zu können. Das Kind ist in der Lage, sich von der Bedeutung eines Wortes zu lösen und die Form eines Wortes zu analysieren.

Hierzu gehören mehrere Fähigkeiten:
  • Erkennen von Wort- und Silbengrenzen
  • Erkennen von Reimen („Haus-Maus“) oder sogenannten Minimalpaaren („Tasche – Tasse“)
  • Heraushören von Anlauten („Lampe fängt mit L an“) Die Phonologische Bewusstheit ist eine wichtige Voraussetzung für das Lesen- und Schreiben lernen. Die Entwicklung dieser Kompetenzen beginnt im Kindergartenalter. Je weiter diese Fähigkeit entwickelt ist, desto kleiner sind die sprachlichen Einheiten, die analysiert werden können:
  • Einzellaute zu Wörtern zusammenziehen
  • Wörter in Einzellaute zerlegen
  • Einzellaute im Wort austauschen

Dieser bewußte Umgang mit Lauten (Phonemen) beginnt im Vorschulalter und entwickelt sich parallel zum Schriftspracherwerb der ersten Schuljahre weiter. Kinder, die im Vorschulalter wenig oder überhaupt kein Interesse am Spielen mit Sprache (Endlos-Reime wie „Hase, Base, Lase, Kase, Nase…“ ) entwickeln oder sich bei Abzählreimen oder Reimspielen („Ene mene muh, raus bist du“) schwer tun, weil sie die Wort- oder Silbengrenzen nicht erkennen, haben möglicherweise ein Defizit in diesem Entwicklungsbereich. Auch wenn Ihr Kind im Vorschulalter Mühe hat, ein Wort in die einzelnen hörbaren Laute zu zerlegen (Schlag = „sch-l-a-k“), Reime nicht erkennt („Hut-Mut“) oder Wörter nicht in Silben segmentieren kann („Ba-na-ne“), kann es sich dahinter um ein Defizit in der Phonologischen Bewusstheit handeln, welches sich negativ auf den Schriftspracherwerb auswirken kann. Es gibt heute gute diagnostische Möglichkeiten um festzustellen, ob diese Fähigkeiten altersgemäß entwickelt sind. In der logopädischen Behandlung kann ein Kind den Spaß am Umgang mit Sprache entdecken. Meist können hier spielerisch recht schnelle Erfolge erzielt werden. Somit ist auch für Kinder, die in diesem Bereich Schwierigkeiten haben, das Risiko von Schriftspracherwerbsstörungen minimiert.
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